Donnerstag, 28. Mai 2015

Thailand 4: Dschungelbuch Reloaded

Good Morning, ka!

Nach Koh Phangan zieht es uns auf das Festland und in den Dschungel. Im Herzen Thailands liegt der Nationalpark von den vielen Thailands für den wir uns entschieden haben - Khao Sok. Zum ersten Mal wollen wir es uns einfach machen und buchen daher ein "Joint Ticket": Von der Insel bis ins gebuchte Hotel vor den Toren des Parkes, komplett mit Fähre und Bus und allem. Es hätte so schön sein können! Wir werden am Schalter der Fähre abgesetzt mit nichts außer einem Papierzettel auf dem irgendwas auf Thai drauf steht. Den gebe ich ab und erhalte - nichts, außer einem Sticker, der mir aufs T-shirt geklebt wird, auf dem irgendein Buchstabenkürzel steht, dass ich als "Surathani" ausmache. Die Fährfahrt überstehen wir unbeschadet und denken dann von Surathani (wo wir angelegt haben) bis Khao Sok sollen es nur zwei Stunden sein, also alles easy. Leider werden wir aber in den kommenden vier (!) Stunden vier (!) Mal genötigt den Bus zu wechseln, es scheint völlig sinnlos zu sein. Zwischendurch warten wir an einer Bushaltestelle und erhalten mehreren neue Sticker. Einmal fahren wir nur fünf Minuten mit einem Bus, um dann wieder umzusteigen. Und ich könnte schwören wir sind erst eine halbe Stunde in eine Richtung gefahren und dann denselben Weg zurück. Wir stellen ernüchtert fest - Thailand ist organisiert! Nur ist manchmal kein Sinn hinter der Organsisation erkennbar. ;) Völlig genervt und auf alles gefasst steigen wir an dem Hotel aus, das wir uns ausgesucht, aber noch nicht gebucht haben - Koh Phangan hat uns gelehrt sich erstmal die Unterkunft anzuschauen. Das Hotel allerdings ist wunderschön und entschädigt ein bisschen für die Fahrt: Es sind tolle Baumhäuser, hoch in den Bäumen, gefühlt mitten im Dschungel und komplett mit Warmwasser und bequemem Bett und schönem Balkon - ein Traum! Insowas wollte ich schon immer mal übernachten!

Am nächsten Morgen packen wir einen kleinen Rucksack und machen uns auf in den Dschungel. Wir haben eine zwei-Tages-Tour mit Übernachtung im Nationalpark gebucht und sind sehr gespannt. Zuerst werden wir stundenlang über einen riesigen wunderschönen Stausee zu unserer Unterkunft gefahren und die ist selbst schon ein Erlebnis - wir übernachten in sehr schlichten schwimmenden Bambushütten. 


Unsere hat leider ein riesiges Loch an der Rückwand und wir fürchten daher es könnten von den über die Hütten hängenden Ästen Affen in unsere Hütte springen und unseren Schlaf stören (oder uns anknabbern). Daher wechseln wir in eine der Hütte mit angeblich (für uns nicht erkennbarem) undichtem Dach aber dafür geschlossener Rückwand und hoffen einfach, dass es nicht regnen wird. Nach dem (ebenfalls sehr einfachem) Mittagessen geht es auch schon in den Dschungel. Unser Guide zeigt uns viele schöne Blumen und Bäume, die ich noch nie gesehen habe, auf dem Weg zu einer riesigen Höhle, die wir mit unserer Gruppe durchqueren wollen. Wir kommen auch an hunderten bunten Schmetterlingen und verwachsenen Riesenbäumen vorbei - es ist Dschungel, so wie ich mir das vorgestellt habe. :)








Das mit der Höhle hätte ich mir allerdings vielleicht besser überlegen sollen....dort leben nämlich neben vielen Fledermäusen unzählige riesige (und ich übertreibe ausnahmsweise mal nicht) RIESIGE handtellergroße Spinnen, die zu alllem Überfluss auch noch springen können...schon nachdem der Guide mit der ersten Spinne rumspielt wird mir klar, dass ich diese Höhlenwanderung nicht genießen werde. Mit meiner kleinen Schweinchen- Taschenlampe leuchte ich mir nur vor die Füße, ich will nirgendwo hinschauen, dort könnte ja eine Spinnne sitzen. Aber Spinnen, die ich nicht sehe, die gibt es auch nicht! Und Fledermäuse sind meine Freunde, denn sie essen die Spinnen und die meisten bevor sie je das Tageslicht erblicken, wo ich ihnen normalerweise begegenen würde. Also das ist mal ne Nahrungskette die mir gefällt! Solange die Höhle noch groß und hoch und weit ist, gelingt es mir ganz gut die Tatsache zu verdrängen, dass ich in einer Höhle mit einem Haufen monströser ekliger Spinnen sitze. Aber als sich die Gänge der Höhle verengen und wir teilweise im Wasser waten drängt sich mir immer mehr ein einziger Gedanke auf: Das hier ist mein persönlicher Albtraum! Warum in aller Welt wollte ich in diese sch*** Höhle?? Ich stolpere durch die Dunkelheit und versuche auch bei noch so engen Stellen, an denen man grad noch so durchpasst oder sich irgendwo drunter ducken muss, nur nicht die Felswände anzufassen, dort könnnten ja Spinnen sitzen. So legt es mich mehrmals fast hin und als mir das eiskalte Wasser bis zum Hals steht kriege ich Panik, Panik hinzufallen oder unterzutauchen oder meinen Ellenbogen zu stoßen (den ich allerdings vorsorglich in einen ultra bescheuert aussehenden Ellenbogenschützer verpackt habe). Die Panik schleicht sich langsam von hinten an und kriecht mir von den Zehen in die nassen Sachen in die Arme und schlließlich in den Kopf: Ich will nur noch raus. Raus hier! Raus aus deiser scheiß Höhle! Plötzlich muss ich an den deutschen Höhlenforscher denken, der in dieser Höhle in Bayern feststeckte mit einer Gehirnerschütterung oder sowas und die Rettung hat mehrere Tage gedauert....Leider beruhigt mich der Gedanken, dass es also auch noch schlimmer geht überhaupt nicht. So schnell es geht stolpere ich hinter meinem Vordermann her, Tim dicht hinter mir und mich ständig festhaltend damit ich auf den glitschigen Steinen nicht ausrutsche. Wir sind mitten in der Höhle, es gibt jetzt kein zurück, nur vorwärts, vorwärts, vorwärts....und atmen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erscheint endlich im wahrsten Sinne des Wortes Licht am Ende des "Tunnels" und wir haben die Höhle passiert. Eineinhalb Stunden hat dieser Albtraum gedauert und ich erhole mich den ganzen Tag nicht mehr von dem Schrecken. Das war definitiv die erste und letzte Höhlenwanderung für mich!

Am nächste Tag unternehmen wir noch eine kleine Wanderung mit der Gruppe und schwimmen in einer wunderschönen Bucht zwischen hohen, kargen Felswänden... vom Boot aus. Das hattte ich mir nicht besonders gut überlegt, da ich mit meinem Ellenbogen längst nicht mein eigenes Gewicht tragen kann und mich folglich nicht am Bootsrand hochziehen kann. Die Folge: Vier Männer müssen Queen Theresa gemeinschaftlich von unten und oben aus dem Wasser hieven, da man mich natürlich an dem Arm auch nicht hochziehen darf (ich hasse es!). Dann beschließen wir noch einen Tag zu bleiben und den Park noch ein bißchen auf eigene Faust zu erkunden. Leider finden wir die wirklich spektakulären Trails ohne Guide nicht, aber dafür lernen wir einen neuen Freund kennen: Ein kleines schwarzes Äffchen. Der Kleine nähert sich anfangs vor allem an meinen Freund an und wir sind uns nicht sicher, ob wir uns ihm nähern sollten, nach all den Affen-Warnschildern in Phetchaburi, die wir nicht vergessen haben. Der Kleine ist aber doch viel zu niedlich und außerdem läuft er uns sehr hartnäckig hinterher. Bald schon schließt er zu uns auf und hält sich an Tims Bein fest und geht schließlich an der Hand, wie ein kleines Kind. Zuckersüß! Er scheint keine Eltern zu haben und er tut uns ein bisschen leid, er scheint auch nicht so richtig zu wissen was er essen kann, da er allem Anschein nach wahllos Blätter abreißt und sich die in den Mund stopft. Schließlich spielen wir eine ganze Weile mit dem kleinen Äffchen - ich halte ihn an beiden Händen und schwinge ihn hin und her....das scheint ihm Spaß zu machen, aber dann versucht er mich zu beißen und ich bin etwas irritiert und wir beschließen zu gehen. Der Kleine folgt uns aber noch bis zum Ausgang aus dem dichteren Wald zu einer Raststation, wo wir erfahren dass seine Mutter erschossen wurde und er nun mit vielen anderen hier im Wald von den Menschen aufgepebbelt wird. Daher ist er auch so menschenfreundlich! Wir würden ihn gern mitnehmen, aber ich vermute das führt nur zu Immigrationsproblemen an den vielen Grenzen die noch vor uns liegen....schweren Herzens lassen wir also das Äffchen zurück. :(((


Von Khao Sok nehmen wir die Westküste in Angriff, passieren die Grenzen zwischen Buddhismus und Islam die Thailand duurchzieht und fahren nach vielem Abwägen nach Ao Nang. Das ist eine waschechte Touristen-Küstenstadt wie man sie auch in Griechenland oder Spanien findet. Es ist allerdings nicht so voll wie uns angedroht wurde, es ist bereits Ende der Saison, die meisten Touris sind nicht mehr da. Mir fällt hier nur erstmals bewusst auf, dass wir in Thailand keine Bettler sehen, ich habe noch keinen einzigen gesehen. Die Armut scheint also hier ettwas geringer zu sein, als in den umliegenden Ländern. Es gefällt uns hier in Ao Nang trotzdem nicht sonderlich, schön ist nur ein Ausflug nach Reiley, dem Klettererparadies in Thailand. Wir beschließen weiter zu ziehen, klettern kann ich schließlich eh nicht. Koh PhiPhi und Krabi lassen wir allerdings aus - dort soll es fürchterlich sein - laut und voller Touristen und wie auf Ibiza. Es zieht uns nach Koh Lanta, die Insel wurde uns mehrfach empfohlen. Wir sind gespannt! 





Unterkunft Khao Sok: Khao Sok Tree House Resort (1. Nacht), Morning Mist
Tour: 2 days one night raft house

Kommentare:

  1. Hallo, na das mit den Spinnen hört sich echt ekelig an :-)
    Habt ihr die Tour dort direkt vor Ort gebucht? Und was habt ihr dafür ungefähr gezahlt?

    Für eine Antwort wäre ich echt dankbar.
    LG Verena

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    1. Hey Verena, ja wir haben dort vor Ort im Hotel (Tree House Resort) gebucht. Ich würde vermuten, dass jedes Hotel die Touren anbietet (aus unserer Gruppe hatten alle in ihrem Hotel gebucht) und die haben (soweit ich das überblicken kann) auch alle dieselben Preise und Anbieter. Man muss nur vorher fragen, ob der Parkeintritt schon mit drin ist oder nicht (sollte mit drin sein). Was es genau gekostet hat weiß ich leider nicht mehr, aber ca. 40-50 Euro pP. Also super billig ist das nicht, aber für zwei Tage okay. Man darf dann natürlich vom Standard nicht viel erwarten. Es gibt auch eine Edel-, heißt Glampacking-, Variante, die natürlich deutlich teurer ist. Wo man das bucht und sonstige Infos dazu habe ich aber nicht, ich weiß nur, dass es das gibt.
      Viel Spaß in Khao Sok!
      LG
      Theresa

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